
Ist zertifizierte Naturkosmetik immer 100% natürlich?
Naturkosmetik-Siegel: Was versprechen sie – und was steckt wirklich dahinter? ChatGPT klärt auf!
- Zertifizierte Naturkosmetik klingt nach Sicherheit und Natürlichkeit
- Naturkosmetik-Siegel wie NATRUE oder COSMOS sollen Vertrauen schaffen
- Doch viele wurden von der Branche selbst mitentwickelt oder gegründet
- Es gibt keine staatlich unabhängige Stelle, die diese Standards überwacht
- Verbraucher verlassen sich auf Siegel, die wirtschaftliche Interessen vertreten
Wie viel „Natur“ steckt wirklich in zertifizierter Naturkosmetik?
- Viele Verbraucher gehen davon aus, dass zertifizierte Naturkosmetik ausschließlich aus natürlichen Inhaltsstoffen besteht.
- NATRUE schreibt bei Deodorants nur 10 % natürliche Inhaltsstoffe vor
- Bis zu 30 % dürfen naturnah sein – also chemisch verändert, aber pflanzlich basiert
- Naturidentische Stoffe (synthetisch, aber „naturähnlich“) sind unbegrenzt erlaubt
- Wasser wird nicht mitgerechnet – der natürliche Anteil wirkt so höher, als er ist
- ➤ Das Siegel erlaubt viel mehr Labor als Natur
Natürlich, naturnah, naturidentisch – was ist der Unterschied?
Natürlich
- Unverändert aus der Natur
- Beispiel: Pflanzenextrakte, Öle, Wachse, Mineralien
Naturnah
- natürlicher Ursprung, naturbasiert, pflanzenbasiert
- Rohstoff war ursprünglich natürlich, wurde aber chemisch verändert
- Entsteht durch Isolierung oder Modifikation im Labor
- Wichtig: „Natürlichen Ursprungs“ klingt natürlich – ist es aber nicht.
Naturidentisch
- Synthetisch im Labor hergestellt
- Imitiert einen natürlichen Stoff chemisch
- Kein direkter Bezug zu pflanzlichem Ursprung
Gibt es vertrauenswürdige Siegel für zertifizierte Naturkosmetik?
- Die bekanntesten Standards für zertifizierte Naturkosmetik sind NATRUE und COSMOS – doch sie stammen alle aus der Branche selbst.
- COSMOS, NATRUE & Co. bieten gewisse Standards
- Sie sind aber keine unabhängigen, verbraucherbasierten Instanzen
- Kriterien werden von Trägerorganisationen definiert
- Naturidentische Stoffe sind fast überall erlaubt
- ➤ Orientierung ja – aber keine Garantie für echte Natürlichkeit
Wie erkenne ich echte natürliche Inhaltsstoffe?
- INCI-Liste lesen – hinten auf dem Produkt
- Inhaltsstoffe stehen in absteigender Reihenfolge nach Menge
- Natürlich klingende Stoffe sind oft auch wirklich natürlich
Endung | Beispiel |
---|---|
Extract | Hamamelis Leaf Extract |
Water | Witch Hazel Leaf Water |
Oil | Prunus Armeniaca Kernel Oil |
Cera | Cera Alba (Bienenwachs) |
Butter | Butyrospermum Parkii Butter |
Aqua | Destilliertes Wasser |
Tipp:
Nutze INCI-Datenbanken wie haut.de, um Inhaltsstoffe zu überprüfen.
Beispiel Alaun: Natürlich – aber nicht harmlos
- Alaun ist ein natürlich vorkommendes Mineral (Kaliumaluminiumsulfat)
- Wird oft als sanfte Alternative zu Aluminiumchlorid vermarktet
- Enthält jedoch Aluminiumverbindungen – wie klassische Antitranspirantien
- Kann über die Haut aufgenommen werden, besonders nach der Rasur
- Langzeitwirkung ist wissenschaftlich nicht abschließend geklärt
- ➤ Natürlich ja – aber nicht automatisch unbedenklich
Fazit: Nur wer versteht, kann bewusst entscheiden
- zertifizierte Naturkosmetik bedeutet nicht 100% natürlich
- Naturkosmetik-Siegel bieten Orientierung, aber keine Transparenz-Garantie
- Begriffe wie „natürlich“ oder „natürlichen Ursprungs“ sind oft irreführend
- „100 % vegan & natürlich“ heißt nicht automatisch 100 % natürlich, nur 100% vegan!
- Nur wer die INCI-Liste versteht, kann echte Natürlichkeit erkennen
- ➤ Kritisch hinterfragen schützt vor Greenwashing